Neue EASA-Anforderungen für Fahrer im Sicherheitsbereich
Seit dem 7. Januar 2026 sind die EASA-Anforderungen an die Sprachkenntnisse für Fahrer im Sicherheitsbereich offiziell in Kraft. Wer sich auf dem Rollfeld bewegt, muss nun ausreichende operative Englischkenntnisse nachweisen. Eine klare Kommunikation ist nicht mehr nur eine Empfehlung, sondern eine regulatorische Anforderung gemäß ADR.OPS.B.029, die eng an den ICAO-Standards ausgerichtet ist.
Operatives Englisch statt Schulenglisch
Aus Sicht der Ausbildung ist diese Entwicklung logisch und längst überfällig. Pisteninvasionen (Runway Incursions) zählen nach wie vor zu den größten Sicherheitsrisiken in der Luftfahrt, und Unfallanalysen zeigen immer wieder, dass Missverständnisse im Funkverkehr eine entscheidende Rolle spielen. Wenn Fahrzeuge, Flugzeuge und die Flugverkehrskontrolle unter Zeitdruck eng beieinander agieren, kann Sprache entweder eine Sicherheitsbarriere oder ein Sicherheitsrisiko sein.
Genau deshalb haben wir gemeinsam mit unserem Partner Airsight das Training „Operational English for Airside Drivers“ entwickelt. Der Fokus liegt nicht auf klassischem Schulenglisch, sondern auf den realen Kommunikationssituationen, denen Fahrer im täglichen Betrieb auf dem Vorfeld begegnen.
Ausrichtung an ICAO, EASA und evidenzbasierter Ausbildung
Der Kurs ist so konzipiert, dass er sich nahtlos in bestehende Schulungsprogramme integrieren lässt und sowohl als Erst- als auch als Auffrischungsschulung direkt vor Ort durchgeführt werden kann. Dies ermöglicht es Betreibern, sowohl die Anforderungen an die Erstqualifikation als auch die kontinuierliche Sprachkompetenz strukturiert und praxisnah zu erfüllen.
Der Ausbildungsrahmen ist vollständig auf die ICAO-Sprachanforderungen und die EASA-Vorgabe ADR.OPS.B.029 abgestimmt, einschließlich der geltenden AMC und GM. Elemente der evidenzbasierten Ausbildung (Evidence Based Training) wurden gezielt integriert, um einen starken Praxisbezug sicherzustellen. Die Teilnehmer arbeiten mit realen Fallbeispielen, typischen Kommunikationsfehlern und realistischen Betriebsszenarien statt mit abstrakten Sprachübungen.
Zu den Kerninhalten gehören Standardphraseologie, Fachvokabular für Vorfeld, Rollwege und Start- und Landebahnen, korrekte Funkverfahren im Normalbetrieb sowie eine effektive Kommunikation in nicht standardmäßigen oder stressigen Situationen. Die Methodik ist interaktiv und praxisorientiert: Sie nutzt Gruppenarbeit, realistische Audiobeispiele und szenariobasierte Übungen, die den tatsächlichen Betrieb auf dem Flugfeld widerspiegeln.